Es ist das Zeitlose der Bildsprache, die Komposition im Sucher und die Wahl des Moments, welche für meine Arbeit sprechen. Mein Sujet ist die Handlung mit ihren Akteuren, um die ich meine Bilder forme und gestalte. Durch den Ausschnitt, die Belichtung und das Drücken des Auslösers erzähle ich meinen Teil der Geschichte.
Während einer Hochzeit bin ich ein natürlicher Bestandteil der Hochzeitsgesellschaft und mein Auftreten entspricht dem eines eingeladenen Gastes. Das größte Kompliment während des Hochzeitstages ist die Frage, woher ich das Hochzeitspaar kenne. Wenn ich als Antwort zwei überraschten Augen von meiner Arbeit als Hochzeitsfotograf erzählen darf, bin ich mir meiner positiven Wirkung sicher - beziehungsweise meiner Nicht-Wirkung als Fotograf. Dieses Auftreten lässt eine Arbeitsweise im Stile der genannten Fotografen, wie zum Beispiel Cartier-Bresson, zu.
Antizipieren und Analysieren, ein ästhetisches Auge und der erzählerische Anspruch sind die Zutaten dieser, meiner, Reportagefotografie. Das überlegte Komponieren von einzelen Bestandteilen, die im Höhepunkt ihrer Handlung von mir fest gehalten werden, geben dem Foto Ruhe und Kraft - und lassen die betrachtenden Augen verweilen. Die Wahl von natürlichen Perspektiven, die dem menschlichen Auge entsprechen, unterstützen diesen Charakter.
Erst nach der Hochzeit, nach den Flitterwochen, wenn das Hochzeitspaar und die Gäste die Fotos zu sehen bekommen, trete ich als Bilderlieferant bewusst in Erscheinung.
Dann wirken meine Fotos durch den abgebildeten Moment, die Interaktion zwischen Menschen und deren Emotionalität. Alles dreht sich um die Handlung, das strahlende Lachen der Braut bei der Rede von ihrem Papa, den bejahenden Sprung des Bräutigams aus einem Auto auf dem Weg zur Trauung, den Blick zwischen dem frisch vermählten Paar.
Die eingefangenen Stimmungen, die Atmosphäre und die kleinen Geschichten werden wieder zum Leben erweckt. Das ist meine Art der Hochzeitsfotografie.